Vom Schneiden Alter Rosen – ein Schnittmuster

Nun blühen auch bei uns die Forsythien. Sie gelten als sogenannte „Anzeiger-Pflanze“ für den Beginn des Rosenschnitt. Nix wie ran an die Rosenschere!

 

Moss-Rose ‚William Lobb‘

Das Schneiden Alter Rosen

…ist ein Thema für sich. Oft traut man sich nicht so richtig ran, aus lauter Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist der Grundsatz: „Heiße Schere, kaltes Herz“ ein guter Rat, denn eigentlich kann man eine Rose nicht kaputt schneiden, sie verzeiht so einiges!

 

Dieses „Schnittmuster“ lehnt sich weitgehend an die Empfehlungen von John Scarman aus seinem Buch „Gärtnern mit Alten Rosen“ an. Es gibt, ähnlich wie bei Clematis, verschiedene Schnittgruppen. Die wichtigsten möchte ich dir hier einmal vorstellen:

Einmalblühende Strauchrosen

… dazu gehören die Gallica- Rosen (z. B. Cardinal de Richelieu), Alba- Rosen (Königin von Dänemark, Maidens Blush), Zentifolien, Damascena- Rosen und Moosrosen, wie z. B. William Lobb (Foto oben).

Dieser Gruppe kann man drei Schnitte übers Jahr verpassen. Im Frühjahr wird totes Holz ausgeschnitten, der Strauch wird wieder bis zur Rückschnitthöhe des Vorjahres eingekürzt und in eine gute Form gebracht. Sobald die Blütenknospen aufbrechen, werden alle vegetativen Triebe (das sind die, die ohne Knospenansatz so unförmig und lang aus dem ganzen Rosenbusch herausgucken) zurückgeschnitten. Diese Triebe werden so gekürzt, so dass sie sich in die Form des Rosenbusches einfügen. Der dritte Rückschnitt erfolgt im späten Sommer zur Formgebung. Wieder werden die vegetativen Triebe bis zur Höhe der Blüten weggeschnitten.

 

Verschiedene Rosengruppen in einem Beet in meinem alten Garten vereint…

Öfterblühende Strauchrosen

Grundsätzlich: Frühjahrsrückschnitt: totes Holz und kranke Triebe entfernen, Pflanze auf Rückschnitthöhe, d. h. um die Hälfte des Vorjahreszuwachses zurückschneiden, verwelkte Blüten über die Blühsaison ständig ausschneiden
Herbstrückschnitt: Pflanzen in Form bringen

Zur Gruppe der öfterblühenden Alten Rosen gehören Portlandrosen (Rose de Resht, Jaques Quartier), sie blühen in mehreren Schüben bis zu dreimal. Auch hier wieder das Abgeblühte ausschneiden.

Bei den Bourbon und Remontant- Rosen, ebenfalls öfterblühende Alte Rosen (Louise Odier und Honorine de Brabant) werden die langen Triebe im Wachstum unterbrochen, wie gehabt, werden verwelkte Blüten entfernt, im Sommer erfolgt nur ein sehr leichter Rückschnitt, denn die Rose soll ja noch einmal blühen. Im Herbst die Pflanze in Form bringen, die langen Triebe wieder einkürzen und den eigentlichen Rückschnitt immer im Frühjahr vornehmen.

 

Ein Potpourrie aus Alten Rosen…

 

Das alles mag für dich immer noch kompliziert klingen. Mit der Zeit bekommst du Übung! Ich versuche, die Vorgaben beim Schnitt meiner Rosen zu berücksichtigen und habe gute Erfolge in Sachen Blüte. Für mich ist es wichtig, dass der Rosenstrauch eine gute Form behält und nicht von unten verkahlt.

Einige Rosen-Baumschulen bieten Schnittkurse an. Auf dem Buchmarkt gibt es genügend Lektüre zum Thema, z. B. „Rosen schneiden“ von Heiko Hübscher/Ulmer Verlag oder „Das Schneiden der Rosen“ von Dietrich Woessner/Ulmer Verlag. Das Buch von John Scarman/Christian Verlag ist leider nur noch gebraucht über das Internet zu bestellen.

Und dann gibt es auch noch die ganz unkomplizierte Methode. Stefanie Körner und John Scarman sollen laut Elsemarie Maletzke („Gartenglück“) im Rosengarten Ettenbühl im Markgräfler Land einen Praxistest durchgeführt haben. Er hat die Rosen nach seinem Schema geschnitten, sie hat eine Heckenschere benutzt und die Rosen mal schwuppdiwupp flink in Form gebracht… Ihre Rosen sollen im Sommer weitaus prächtiger geblüht haben…

Ans Herz legen möchte ich dir den Meldorfer Rosengarten, der zur Blütezeit der Alten oder Historischen Rosen zu besichtigen ist, also zwischen Anfang Juni und Ende Juli (je nach Witterung)!

Kurz noch mal:

Für alle Rosen gilt (auch für moderne Rosen): Jungpflanzen bitte im ersten Standjahr nicht zu voller Höhe heranwachsen lassen! Durch den Schnitt wird die junge Rose dazu gebracht, von der Basis aus starke Triebe zu bilden. Der Jahreszuwachs einer jungen Rose sollte 15 bis 20 cm nicht übersteigen.

Alte Rosen sind Rosen, die vor 1867 gezüchtet und im Handel erschienen sind. Als erste „neue“ oder „moderne“ Rose gilt die Teehybride „La France“ aus 1867.

 

Hast du eine besondere Schnittmethode für deine Alten Rosen? Dann lass mal hören!



6 Gedanken zu „Vom Schneiden Alter Rosen – ein Schnittmuster

  1. Rosenpflege ist wirklich eine Disziplin für sich. Wir haben auch einige im Garten, da muss man sich immer extra Zeit lassen. Deine sehen wirklich super aus. Bin auf weiter Geschichten schon gespannt..:)

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Sven,

      das finde ich auch! Da muss man sich Zeit für nehmen. So mal eben husch – geht nicht. Wollen mal sehen, wie sich dieses Jahr entwickelt. Vielleicht wird es ja ein Rosenjahr!

      Viel Freude an und mit deinen Rosen wünscht dir

      Kathrin

  2. Wiebke Weber sagt:

    Hallo Kathrin,
    ich bin noch nicht so „rosenerfahren“ und freue mich über die vielen Informationen.
    Allerdings habe ich meine Rosen auch schon etwas beherzter zurückgeschnitten.
    Mal sehen,wie sie sich machen.
    Liebe Grüße
    Wiebke

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Wiebke,

      das wird bestimmt. Es geht plötzlich alles so schnell im Garten. Die Rosen haben schon ganz gut wieder ausgetrieben. Ich habe bei einer Rambler-Rose, die immer etwas mickerte die Erde ausgetauscht und sie ganz doll zurückgenommen. Auch sie treibt wieder super aus.

      Ich wünsche dir einen schönen Frühling – in großer Vorfreude auf die Rosenblüte liebe Grüße

      Kathrin

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Gartenmond!

      Herzlichen Dank für dieses dicke Lob! Schau immer wieder gerne rein…
      Ein gutes Gartenjahr für dich und euer Team!

      Liebe Grüße
      Kathrin

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