Vom Herbstfest zu winterfest…

Der Garten gibt in diesen Tagen noch einmal alles, was er an Farben zu bieten hat! Es heißt Abschied nehmen vom Gartenjahr 2018…

 

Bis Ende Oktober haben die Schmetterlinge reichlich Nahrung gefunden im Garten, sehr gefragt und bevorzugt und somit ein richtiger Magnet ist das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis). Immer wieder eine Freude und herzlichst willkommen, diese Gartengäste!

Mich überwältigt die große Farbenpracht jeden Herbst wieder. In diesem Jahr empfinde ich die Blattfärbung besonders intensiv. Ob es am super Sommer liegt? Die „einfache“ Fette Henne ‚Herbstfreude‘ leuchtet in einem satten Rotton, der in diesen Tagen die Farbintensität beinahe täglich wechselt. Der Name hätte treffender nicht sein können. Ich liebe diese robuste Sorte, weil sie so völlig unkompliziert ist und sich zudem noch gut und super einfach vermehren lässt. Wer sich bis September mit den Blüten dieses Sedums einen Herbststrauß ins Haus holt, wird schnell bemerken, dass die Stängel im Wasser bewurzeln. Diese können dann direkt ins Beet gepflanzt werden. Meine kleine Zaubernuss (Hamamelis intermedia ‚Feuerzauber‘) hat im Januar/Februar nicht nur eine wunderschöne und duftende Blüte, sondern auch eine traumhafte Herbstfärbung.

Auch die Früchte der Berberitze (Berberis thunbergii ‚Rose Glow‘) sind ein Hingucker. Die fallenden Blätter des  Japanischen Ahorns (Acer palmatum ‚Atropurpureum‘) leuchten um die Wette. Ich mag sie gar nicht einsammeln…

Innerhalb von 6 Tagen haben sich die Buchenhecken intensiv verfärbt und holen so mit ihren sonnigen Tönen auch bei trüben Wetter die Sonne in den Garten. Ich feiere das Fest der Farben – mein Herbstfest!

Die letzten Blüten, die nun Anfang November noch zu finden sind, sind kostbar! Ich bin überrascht, wie tapfer sich die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) hält, obwohl es schon Nachtfrost gegeben hat. Das Geranium ‚Rozanne‘ ist für sein Durchhalten bis in den November berühmt. Meine Hortensie ‚Revolution rosa‘, die ich unter allen Hortensien besonders liebe, schaut heute morgen aber nicht mehr so frisch aus, wie auf dem Foto. Sie gehört zu den ‚Magical‘-Sorten, die mit einer Blütedauer von 6 Monaten beworben werden.

Während ich noch genieße, werde ich in diesen Tagen oft gefragt „Hast du deinen Garten schon winterfest?“

Meine Herbstarbeiten bestehen aus dem Abschneiden einiger hoher, aber nicht standfester Stauden. Diese brechen bei den Stürmen, die wir an der Nordseeküste im Winter erwarten, schnell ab und fliegen durch den Garten. Auch ein Zusammenbinden hilft nicht, sie brechen dann oberhalb des Bindematerials. Raureif hin oder her – mit etwas Phantasie kannst du dir wahrscheinlich vorstellen, wie es nach so einem Sturm aussieht.

Die Rosen kürze ich etwas ein und häufel sie an, wer weiß, vielleicht gibt es ja doch einen echten Winter? Ich gehe die Beete noch einmal durch in diesen Tagen und entferne Unkraut. Die Eichen werden mich bis Mitte Dezember mit ihren Blätter beglücken, die ja leider nicht über einen Winter verrotten und viel Gerbsäure besitzen. Vom Rasen entferne ich alles Laub, die Beete müssen mit ein paar Blättern leben, schließlich sollen die Regenwürmer ja auch etwas zu tun haben… Ich grabe nicht um! Dafür habe ich viel zu viele Zwiebelblüher und zwischen den Stauden ist eh nicht viel Platz. Alle Blumentöpfe bekommen zwei Holzleisten untergeschoben, damit sie nicht festfrieren können und so hoffentlich den Winter überstehen.

Das ist es bei mir in Sachen „winterfest“ – wie sieht es bei dir aus? Bist du ein „Stehenlasser“ oder „Komplett-Abschneider“?

Da ich einige Pflanzen mit Sortenname benannt habe, ist das Werbung (allerdings unbezahlt). Dieser Artikel enthält somit Werbung.



5 Gedanken zu „Vom Herbstfest zu winterfest…

  1. Hallo Kathrin, ich habe gerade deinen Blog entdeckt und bin begeistert. Ich halte es wie du, hohe Stauden, die im Winter schnell Einknicken, schneide auch ich jetzt schon. Ansonsten darf einiges bleiben und sich mit Frost schmücken. Im Frühjahr heißt es dann schnell sein, dass ich die Frühblüher so wenig wie möglich störe. Jetzt wird nur nochmal Unkraut entfernt und das Laub auf dem Rasen entfernt. Winterfest ist doch höchstens eine Party für Wintervögel oder? Die werden bei uns nämlich auch gefüttert. LG und ein schönes Wochenende Melanie

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Melanie,

      vielen Dank! Ich werde gleich einen „Gegenbesuch“ machen 😉

      Es gibt in Sachen „Blätter“ noch einiges zu tun. Sieht aber auch noch so schön aus und ich mag die wunderschön und in allen erdenklichen Gelb-Tönen gefärbten Blätter noch gar nicht entfernen. Heute nieselt es und so genieße ich es vom Wohnzimmer aus…

      Dir auch ein schönes Wochenende!

      Liebe Grüße

      Kathrin

  2. Ich handhabe es genauso! Geschnitten werden nur matschige oder zu hohe Stauden. Alles andere bleibt und gibt dem Garten Struktur. Winterfest bedeutet bei mir eher, die Wassergefäße auszuleeren, Pumpen abbauen etc.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Margit!

      Ja, die matschigen Funkien habe ich natürlich auch schon entfernt. Also bleiben jetzt nur noch die Blätter…

      Schönes Wochenende für dich, alles Liebe

      Kathrin

  3. Wiebke Weber sagt:

    Hallo Kathrin,
    ich habe auch nur wenig zurückgeschnitten die Rosen (welche teileise immer noch blühen) anghäufelt und abgedeckt. Einige Stauden sin neu dazu gekommen, andere wurden geteilt und an Freunde weitergegeben.
    Laub haben wir ohne Ende! Birne, Birke und riesige Kirsche sind fast alle Blätter los. Sonst ist jetzt nicht mehr viel zu tun. Es können Pläne für 2019 geschmiedet werden.
    Liebe Grüße
    Wiebke

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