Ins rechte Licht gerückt – von den Sonnen-und Schattenseiten im Beet

Unter stark belaubten Bäumen entstehen voll-und halbschattige Gartenbereiche

Wenn Schnee und Eis endlich aus den Gärten verschwinden und der Boden langsam abtrocknet, kommt beinahe über Nacht der Frühling. In den vergangenen Tagen gab es hier und dort schon einen kleinen Vorschmack. Die Luft riecht eindeutig nach sich erwärmender Erde, wer kennt ihn nicht, diesen würzigen Duft, der die Gartenenthusiasten förmlich aus dem Häuschen bringt?

 

Die Pflanzsaison wird eingeläutet, es wird bepflanzt, was der Garten an freiem Platz hergibt. Rosen, Bäume, Sträucher und Stauden. Nie ist die Euphorie größer, als an den ersten warmen Märztagen, wenn sich in Baumschulen und Gartencenter die freudigen Gärtner und Gärtnerinnen tummeln.

In Sachen Standort ist für die neu erworbenen Pflanzen einiges zu beachten. Dass Sonne nicht gleich Sonne und Schatten nicht gleich Schatten ist, ist für den wahren Pflanzenfreund natürlich kein Geheimnis!

Bereits bei der Gestaltung des Gartens haben wir daran gedacht, wo in ferner Zukunft schattige Situationen entstehen werden. Die als „Halbstarken“ gekauften Bäumchen und Sträucher werden größer – erstaunlich schnell! Damit auch ihr Schatten. Dennoch sind große Gehölze nicht die einzigen Schattenspender. Nicht jeder von uns hat einen Garten in der Größe eines Fußballfeldes und somit werfen Gebäude ebenfalls ihre Schatten voraus, sozusagen.

Schwer von Begriff: sonnig, absonnig, halbschattig und schattig…

Gerade in der Stadt sind Gärten oft ringsherum von Hecken, Sichtschutzwänden oder gar Mauern umgeben. Je nachdem, wie die Sonne gerade steht, ergeben sich dadurch unterschiedlich helle und schattige Bereiche. Bei der Auswahl eines geeigneten Standorts für unsere Gartenpflanzen wird daher unterschieden zwischen den Begriffen sonnig, absonnig, Halbschatten und Vollschatten. Auf Pflanzenetiketten sind diese Standortvorlieben in Sachen Lichtverhältnis einer jeden Pflanze meist durch Symbole beschrieben. Eine schöne strahlende Sonne steht natürlich für ein sonniges Plätzchen, eine Sonne, die zur Hälfte schwarz ist, für einen halbschattigen Standort und dann gibt es noch den schwarzen Kreis mit einem Punkt in der Mitte! Absonnig!

Etikett und Sortimentskatalog geben Auskunft auf die Vorlieben in Sachen Licht

Hast du schon mal einen Gärtner gefragt, was das eigentlich bedeutet, absonnig? Der Begriff ist nicht eindeutig definiert. Meine Recherche im Internet und zahlreichen Gartenbüchern hat folgendes ergeben: absonnige Standorte sind zwar sehr hell, bekommen aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Eine typische Situation hierfür sind Innenhöfe oder Atriumgärten. Dort wird das Sonnenlicht von den hellen Mauern reflektiert. Eine andere Definition besagt, ein absonniger Standort ist der, der nur in der Mittagszeit vor direkter Sonne geschützt ist. Absonnige Standorte sind auf jeden Fall so hell, dass auch lichthungrige Stauden und Gehölze hier noch gut wachsen.

Da hört sich die Erklärung für Halbschatten doch wesentlich einfacher an! Bei halbschattigen Gartensituationen zieht eine Schattenfront im Tagesverlauf bedingt durch Mauern, Hecken oder hohe Bäumen mit dichter Krone durch. Beete in Halbschatten-Lage sind über den Tag für bis zu vier Stunden sonnig, den restlichen Tag aber beschattet. Sonne am Morgen vertreibt nicht nur Kummer und Sorgen, sondern wird auch von den meisten Halbschatten-Pflanzen besser vertragen als die Nachmittagssonne. Das Verbrennungsrisiko ist am frühen Tag geringer, die Luftfeuchtigkeit kann einen Teil der Hitze kompensieren.

Gartenbereiche, die den ganzen Tag von der Sonne unberührt bleiben, liegen im Vollschatten. Diese Situationen finden sich unter immergrünen Sträuchern und Nadelbäumen und an der Nordseite von Gebäuden.

Ach ja, dann gibt es noch den lichten Schatten. Lichter Schatten entsteht, wenn sich Sonne und Schatten ständig abwechseln. Dieses Lichtspiel wird durch Wind noch verstärkt und ist unter Bäumen mit lichtdurchlässiger Krone, wie japanischem Ahorn,Weißdorn, Birken oder Weiden zu beobachten. Auch durch hohe Gräser, eine Bambushecke oder eine bewachsene Pergola fällt mildes Streulicht hindurch. Mit lichtem Schatten kommen die Pflanzen, die auch im Halbschatten gut wachsen, zurecht.

In der Hoffnung, dass auch bei dir Schnee und Eis verschwunden sind, der Boden „bearbeitungsbereit“ ist, wünsche ich dir viel Spaß bei deinen ersten wärmeren Gartenstunden in diesem Jahr!

Hast du in Sachen „Lichtansprüche der Pflanzen“ kurioses erlebt? Ich freue mich auf deine Post!



4 Gedanken zu „Ins rechte Licht gerückt – von den Sonnen-und Schattenseiten im Beet

  1. Morgen ist zwar Sonntag…aber ich muss morgen unbedingt in den Garten! Es soll 18 Grad warm werden. Das mit den Lichtverhältnissen ist schon eine Sache für sich. Bisher hatte ich damit im Garten keine Probleme. Allerdings bei meinen Zimmerpflanzen war ich ganz erstaunt, welche Auswirkungen ein kleiner Standortwechsel auf das Wachstum einer Pflanze hatte!
    Viele Grüße von Margit

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Margit,

      auch ich konnte dem super Wetter nicht widerstehen 😉 Habe ordentlich was geschafft heute. Allerdings hatten wir „nur“ 13 Grad… Nach den Temperaturen der letzten Wochen war es einfach nur schön! Habt ihr wirklich 18 Grad gehabt?

      Guten Start in die neue Woche! Liebe Grüße

      Kathrin

  2. Hallo Kathrin,
    endlich rückt so ein üppig blühender und grünender Garten wieder in erreichbare Nähe. Heute hatten wir den ersten warmen Frühlingstag und konnten bei Sonnenschein Pläne für die weiter Gartenarbeit schmieden. Ja das mit den Lichtansprüchen kann schon recht verzwickt sein und nach meinen Erfahrungen stimmen die Angaben auf den Etiketten auch nicht immer. Manchmal ist es doch besser auch nochmal in der Fachliteratur nachzuschauen. Und du hast Recht, auch ein scheinbar sonniger Standort kann durch Nachbarpflanzen die schneller oder höher wachsen dann doch schattig sein.
    Vielen Dank übrigens für’s Verlinken in deine Bloglist.
    Eine schöne Woche wünsche ich.
    Liebe Grüße Theresa

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Theresa,

      ich habe auch schon ordentlich aufgeräumt und war überrascht, wie viele Blätter ich noch liegen hatte…
      Zu den Lichtverhältnissen kommen ja auch noch die „Bodenansprüche“ der Pflanzen, aber das ist mal einen neuen Blogpost wert…

      Dir auch lieben Dank 😉
      Auf schönes Wetter, liebe Grüße

      Kathrin

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