Gelbe Tulpen

Als ich vor fast 29 Jahren anfing, mich mit dem Thema „Garten“ auseinanderzusetzen, hatte ich keinen blassen Schimmer, auf was ich mich da einlassen würde. „Das Grüne nach oben“ war ein praktischer Ratgeber, der für das Setzen von Tulpenzwiebeln wenig hilfreich war – doch dazu später…

 

Es war schon eine Herausforderung, das Elektrokabel für den Rasenmäher nicht mit selbigem beim Mähen zu durchtrennen! Die Blätter einer riesigen Blutbuche mussten in meinem ersten Garten-Herbst beseitigt werden. Das war dann ja schon eine ganze Menge für ein Greenhorn wie mich.

Im kommenden Frühjahr musste ich lernen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also eher das Böse (Beikraut) vom Guten (Stauden, Sträucher etc.). Löwenzahn, Zaunwinde und Brennnesseln kannte ich natürlich aus der Kindheit. Aber Giersch und Ackerschachtelhalm? Die haben sich prompt vorgestellt und fanden es so gemütlich, dass sie als Dauergast bleiben wollten und mich vor die Wahl stellten, alles so zu lassen, oder das Abenteuer „Garten“ anzugehen.

Ein Gartenbuch musste her! „Mein Hobby – der Garten“ … Meine Güte, was gab es da zu lernen und wie viel habe ich verkehrt gemacht! Alle Anfängerfehler habe ich mitgenommen…

Das Garten-Thema „Farbe“ hatte es mir angetan, also gab es ein rotes Beet, ein weißes, ein blaues und eben auch ein gelbes Beet. Meine frühe Phase sozusagen 😉 Nie hätte ich gedacht, dass „Garten“ ständigen Veränderungen unterlegen ist. Klar, alles wächst und wird groß, wenn nicht sogar größer, als erwartet…

Bei dem einen Gartenbuch ist es nicht geblieben, es kommen immer noch neue dazu, ebenso Gartenmagazine… Garten unterliegt dem persönlichen Geschmack – der ändert sich mit der Zeit, die Magazine und Bücher haben daran natürlich einen Anteil, all die Gärten, die ich auf meinen Gartentouren gesehen habe, die weitergehende Pflanzenzüchtung ebenso. Es ist, wie in der Mode, ich laufe heute ja auch nicht mehr in den Hosen von vor 29 Jahren herum! Karl Foerster, der große Staudenzüchter aus Potsdam hat zu seinen Lebzeiten gesagt: „Wer das Neue im Garten nicht mitmacht, kann seinen alten Lieblingsblumen nicht gerade in die Augen sehen“.

Kommen wir zur gelben Tulpe!

Nach meinen gelben Anfängen habe ich jahrelang die Farbe Gelb völlig aus meinem Garten verbannt. Nur im Frühjahr war es Narzissen erlaubt, in solch knalliger und aufdringlicher Farbe zu erblühen. Nach einem langen Winter war das mal gerade so okay. Viele Tulpenzwiebeln sind in den Jahren in meinem alten Garten den Wühlmäusen zum Opfer gefallen, oder waren nicht in der Lage, mehr als ein Jahr lang zu blühen.

Übrig aus der gelben Phase blieben vier Tulpen, die seit fast drei Jahrzehnten völlig unbeeindruckt jedes Jahr immer wieder in ihrem kräftigen Gelb blühen, makellose Blüte inklusive! Und diese vier sind, auf mir unerklärliche Weise, aus dem alten Garten mit in den neuen Vorgarten umgezogen. Ich hatte vor unserem Umzug ein paar Narzissen ausgebuddelt, direkt nach der Blüte. Dabei muss ich auch versehentlich diese Tulpen erwischt haben. Beim Aussetzen in die neue Gartenheimat habe ich scheinbar nicht genau hingeschaut, denn eigentlich kann ich inzwischen Narzissen-und Tulpenzwiebeln unterscheiden…

Nun wachsen sie zusammen mit Narzissen (gelben!) und der superschönen Wolfsmilch (Euphorbia dulcis ‚Chameleon‘, Austrieb leuchtend weinrot ((wäre früher auch ein No-Go gewesen)), die ich mir von meiner Gartentour u. a. zur Staudengärtnerei von Silvia Göbel , mitgebracht habe. Ich freue mich inzwischen über diesen sonnigen Tulpengruß und denke über weitere gelbe! Tulpen mit einer solchen Beständigkeit nach!

Wie sieht es farblich gesehen in deinem Garten aus? Liebst du die starken und ausdrucksvollen Töne oder hast du ein Herz für softige Pastelltöne? Ich freue mich auf deine Post!



10 Gedanken zu „Gelbe Tulpen

  1. Hallo Kathrin,
    ich musste eben beim Lesen Deines Posts lachen: Kenn ich nur zu gut was Du da Beschreibst. Bei mir exakt das Gleiche. Die Neuanlage meines Gartens war ausschließlich in den Farben Blau-Violett-Rosa und Weiß geplant. Die Zwiebeln von Tulpe, Narzisse und Co auch so gekauft. Und was hab ich im Garten? Tulpen in Orange, Narzissen in Gelb und eine selbst angesiedelte Rose in einem furchtbaren Rot.
    Deine gelben Tulpen haben sich sicherlich heimlich ins Handgepäck geschmuggelt. Bei soviel Lebenswillen dürfen die doch sicherlich auch weiterhin in Deinem Vorgarten blühen, oder? 🙂
    Viele Grüße,
    Krümel

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Krümel,

      absolut dürfen sie bleiben! Im ersten Jahr hier im neuen Vorgarten dachte ich noch „oh neeee“, wie konnte das passieren. Nun bin ich aber völlig hingerissen über diese Ausdauer! Wir hatten wirklich so wahnsinnig viele Wühlmäuse und auch die haben sie zumindest für dieses Frühjahr überstanden. Die Fotos sprechen doch auch für sich. Ich habe sie richtig ins Herz geschlossen und werde mir im Herbst noch ein paar gelbe Tulpenzwiebeln dazu holen! Die waren übrigens von Feinkost Albrecht (Aldi)…

      Dir noch schöne Farbexperimente – lieben Gruß

      Kathrin

  2. Oh ja, auch ich erkenne mich wieder! Aber auch als relativ erfahrene Hobbygärtnerin habe ich noch Schwierigkeiten mit Elektrokabeln. Beim Vertikutieren bin ich irgendwann “eingewickelt“! Daher nutze ich überwiegend Akkugeräte!
    Gelb und Orange mag ich im Sommer eigentlich weniger. Aber wo es passt, darf es natürlich bleiben! Spannend, wie sich auch im Garten die Geschmäcker ändern!
    Viele Grüße von Margit

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Margit,

      nach einem Wochenende voller Geburtstagsfeiern und einem warmen Gartentag (möge das Wetter doch so schön bleiben) komme ich endlich dazu, dir zu antworten.
      Ich kenne wirklich sehr viele, bei denen die Farben gelb und orange ein Tabu sind. Im letzten Sommer habe ich mich im Münsterland in ein sonniges gelbes Beet verliebt, seitdem bin ich den beiden Farben weitaus aufgeschlossener.

      Mal sehen, wie sich unser beider Farbgeschmack weiter entwickelt…

      Hab eine traumhafte Woche! Ihr habt doch bestimmt die 30° Grad-Marke geknackt heute?

      Liebe Grüße
      Kathrin

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Chrissi,

      vielen Dank! Mein Beschluss steht ja schon: es kommen diesen Herbst noch weitere gelbe Tulpenzwiebeln in die Erde!
      Dann leuchtet der Vorgarten ordentlich, auch bei trübem Wetter!

      Hab einen schönen Feiertag, liebe Grüße

      Kathrin

  3. Anja Mayer sagt:

    Guten Morgen, die Tulpen sind ja wunderschön. Die Bilder gefallen mir richtig gut – die kleinen Wassertropfen sehen toll aus.
    Wie machst Du es das die Tulpen so lange blühen? Bei mir halten sie überhaupt nicht lange. Werden meist zu groß und schwer.

    Liebe Grüße Anja

    P.s. Bin schon auf die Bilder aus dem Herbst gespannt.

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Anja,

      freut mich, dass dir die Tulpen und meine Fotos gefallen!
      Die Blütezeit der Tulpen und Zwiebelblüher allgemein ist auch abhängig von den Wetterverhältnissen. Wenn es ein eher kühles Frühjahr ist, blühen sie deutlich länger. Am 1. Mai hatten wir noch nur 6-8°C. Als es in den Tagen darauf bis fast 30°C wurden, sind auch bei mir die Tulpen schnell verblüht.Ein bisschen Dünger vor und nach der Blüte finden die Zwiebelblüher übrigens auch ziemlich gut!

      Liebe Grüße und bis zum Herbst!

      Kathrin

  4. Finde deine Tulpen sehr schön… Mein Vater hat sich für dieses Jahr eine Ecke im Garten nur mit Tulpen in allen möglichen Farben gepflanzt. Bin jetzt am WE mal gespannt wie es aussieht

    Liebe Grüße und schönes Wochenende

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Sascha,

      schönen Dank! Das sieht bestimmt super aus, das Tulpenbeet bei deinem Vater!

      Dir auch ein schönes Wochenende, liebe Grüße

      Kathrin

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