Gartenkolumne: In bester Gesellschaft

Wenn Sie, werte Leser/innen meinem Vorschlag zur Umsetzung eines guten Vorsatzes für 2018 nachgekommen sind, dann gärtnern Sie jetzt schon seit einigen Monaten. Herzlichen Glückwunsch! Schauen Sie mal Ihre beiden Daumen an, ich wette, die färben sich schon deutlich grün.

 

Sie haben inzwischen einige Talente entwickelt, können eine Rose von einer Nelke unterscheiden und haben sich aufgrund der lange anhaltenden Trockenheit mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Bewässerungssystemen für ihr Gartenparadies auseinander gesetzt. Bravo!

Begriffe wie „Staude“, „Permakultur“ und „Urban gardening“ sind inzwischen Pipifax. Ihre Lateinkenntnisse sind aufgefrischt, denn als wahre Gärtnerin oder wahrer Gärtner kennen Sie natürlich alle Pflänzchen beim lateinischen Vor-und Nachnamen!

Sie haben Bekanntschaft mit dem einen und anderen Beikraut gemacht, hoffentlich nicht mit den Fieslingen Aegopodium podagraria (Giersch), Equisetum arvense (Ackerschachtelhalm), Convulvulus arvensis (Ackerwinde) und Kollegin Calistegia sepium (Zaunwinde)… Da zählt nur: Augen zu und tief buddeln, damit Sie alle Wurzeln erwischen – nur die Harten kommen in den Garten. Sie machen das ganz prima!

Nun können Sie natürlich so weitermachen, was völlig okay ist und ich großartig finde. Sie können sich aber auch spezialisieren! Sie gehen ja auch nicht nur zum Sport, Sie spielen Fußball oder Tennis, gehen Golfen oder Reiten, zum Ballett oder Pilates, zum Fechten oder Bogenschießen, Sie segeln oder rudern…

Beim Thema „Garten“ begeben Sie sich in allerbeste Gesellschaft. Vielleicht hat es Ihnen der Rasen angetan. Weitläufig gilt die Meinung, der Rasen sei völlig pflegeleicht. Und, schon bemerkt, dass das so nicht stimmt? Soll der Rasen etwas hermachen, so in Richtung englischer Rasen, dann kann ich Ihnen die Deutsche Rasengesellschaft e.V. ans Herz legen. Ach so, mein Freund, der Baum hat Sie erwischt? Dann ist die Deutsche Dendrologische Gesellschaft in der Lage, Antworten auf Ihre Fragen zu geben. Oder die Deutsche Rhododendron-Gesellschaft e.V. In diesen Gesellschaften ist der Einsatz größerer elektrischer Gartengeräte denkbar, insofern haben wir die männlichen Neu-Gärtner hier gut untergebracht.

Meine Damen, was halten Sie von romantisch angehauchten und wohlduftenden Rosen? Die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V. wäre sicherlich über Ihren Beitritt erfreut. Sie haben recht, die Rose kann ja nicht alleine stehen, da nehmen Sie die GdS, die Gesellschaft der Staudenfreunde e.V., noch gleich mit ins Boot, besser gesagt in den Garten.

Sollte Ihnen die Gartenkultur ans Herz gewachsen sein, haben Sie gleich mehrere Möglichkeiten, diese auszuleben: mit der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur  oder der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.

Noch immer nichts dabei für Sie? Es gäbe da ja noch die IVZSG, die Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge. Die homepage www.zipfelauf.com ist allerdings nicht auffindbar…

Meine Kolumne ist im Magazin „nordLIFE“ von Boyens Medien am 16.06.2018 erschienen.



2 Gedanken zu „Gartenkolumne: In bester Gesellschaft

  1. Sehr schön geschrieben! Zwischen uns und unseren Nachbarn „tobt“ ein Kampf… wer hat die grünsten Rasen! Haha… Nein, so schlimm ist es nicht… aber ich höre dann oft…. hast Du vielleicht heimlich gedüngt? Ich liebe übrigens den weichen grünen Teppich… bin aber auch ein großer Fan von naturnahen Wiesen.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo, liebe Margit!

      Vielen Dank! Bist du selber in einer Garten-Gesellschaft Mitglied? Der Austausch mit Gleichgesinnten ist bestimmt schön.

      Liebe Grüße
      Kathrin

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