Gartenkolumne: Heiße Zeiten

Der Brooker Garden hat sich schon auf heiße Zeiten eingestellt

 

Mit einer kleinen Zugabe hat sich der Sommer 2018 verabschiedet: Mitte September noch einmal über 30° C. Doch inzwischen sind wir im Herbst angekommen. Die ersten Stürme, die ersten Erkältungsopfer, um mich herum lauter Mützenträger, deutlich früher als sonst. Bisher konnte ich widerstehen, die Lange Elli-Saison zu eröffnen und die Winterjacke hervorzuholen.

 

Das betont lässige Laufen in Flip Flops mit integriertem Hüftschwung ist längst abgelöst von zügigen Schritten in sportiven Halbschuhen, man will ja schließlich nicht frieren. Nieselregen gepaart mit Sturm fühlen sich wie ein schlechter Witz an nach der Wärme der vergangenen Monate!

Glaubt man der Rosen-Baumschulistin meines Vertrauens, dann gibt es jetzt jedes Jahr so einen Sommer mit Temperaturen, die das Thermometer zum Glühen bringen. Die Rosen mögen das, sagt sie. Und, sie habe zuverlässige Quellen. Beim Surfen im Internet stelle ich fest, dass Staudengärtnereien und Baumschulen schon Tipps für eine Bepflanzung des Gartens geben, die solchen heißen Temperaturen durchaus nicht abgeneigt ist und mit einem Minimum an Wasser auskommt. Bücher mit Titeln wie „Gießt du noch, oder genießt du schon?“ sind bereits veröffentlicht. „Extrem ist das neue Normal“, titelt die Süddeutsche Zeitung im August diesen Jahres und meint damit extrem heiß!

Auch wenn der Klimawandel von mindestens einem Präsidenten dieser Welt infrage gestellt wird: die extreme Wetterentwicklung, wie wir sie in den letzten Jahren schon beobachten konnten, wird sich fortsetzen. Für uns Dithmarscher wird es folglich heiße Zeiten geben! Aber bestimmt nicht nur – auch nasse, wie in 2017. Es wird weiterhin fast windstill sein oder furchtbar stürmen. Die stete und leichte Brise, die zur See gehört, wie die Laus zur Rose, wird es immer weniger geben. Da ist es mehr als clever, wenn wir uns als Gärtner/innen darauf einstellen.

Bei meinem Rundgang durch den Garten stelle ich erfreut fest, dass ich durchaus Stauden und Gehölze gepflanzt habe, die mit heißen und trockenen Phasen zurecht kommen. Ich bin mir sicher, dass auch Sie etwas von diesen Gehölzen, die zudem auch noch windresistent sind, in Ihren Gartenparadiesen finden werden: Feldahorn, Erle, Felsenbirne, Birke, Berberitze, Kornelkirsche, Weißdorn, Liguster, Eiche, Rosen (in Arten und Sorten). Werfen wir noch mal einen Blick auf die Stauden, Ein-und Zweijährige Sommerblumen, dann sind Sie mit Astern, Glockenblumen, Spornblume, Edeldistel, Wolfsmilch, Alant, Prachtkerze, Witwenblume, Fackellilie, Staudenlein, Lichtnelke, Brandkraut, Küchenschelle, Wollziest, Königskerze, Goldrute, Fetthenne, Stockrosen, dem Spanischen Gänseblümchen, Eisenkraut,… sehr gut beraten.

Dass sich die meisten (nicht immer winterharten) Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Oregano, Thymian, Salbei und Majoran in sonnigen und sehr warmen Lagen am wohlsten fühlen, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen, das wissen Sie längst! Für Liebhaber/innen der hohen Gräser gibt es für trockene und stürmische Standorte oder Lebensbereiche natürlich auch etwas: Reitgras (Sorte ‚Karl Foerster‘), Chinaschilf (Sorte Gracillimus oder ‚Kleine Fontäne‘) und Pfeifengras (Sorte ‚Windspiel‘).

Heiße Zeiten hin oder her – das Wetter wird immer ein Thema bleiben für den Gärtner! Selten ist es so ganz nach seinem Geschmack. Der Dithmarscher an sich zählt zu den zuversichtlichen Menschen. Sturmerprobt und hitzebeständig allemal – darum: abwarten und Tee trinken… oder auch mal ein Likörchen (siehe Seite 12).

Meine Kolumne ist im Magazin „nordLIFE“ von Boyens Medien am 13.10.2018 erschienen.



8 Gedanken zu „Gartenkolumne: Heiße Zeiten

  1. Hier gibt der Super-Sommer gerade nochmal ein spätes Gastspiel! Wir haben wieder Temperaturen über 25 Grad! Wir werden uns wohl auf solche Sommer einstellen müssen.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Margit,

      hier war so viel los, ich komme nun endlich dazu, dir zu antworten. Der Oktober war auch bei uns noch wunderschön, wir hatten aber auch schon ordentlich Regen und auch eine frostige Nacht.

      Die Blumenzwiebeln sind unter der Erde, die meisten der Herbstaufgaben habe ich erledigt, bleiben aber noch jede Menge Blätter, die noch an den Bäumen hängen. Im letzten Jahr hatten unsere beiden Eichen am 31.10. schon jede Menge verloren.

      Liebe Grüße

      Kathrin

  2. Wiebke Weber sagt:

    Hallo Kathrin,
    ich denke auch, daß wir uns langfristig auf mehr Wärme einstellen müssen, da der Klimawandel sich bemerkbar machen wird. Bei uns ist der Boden so trocken und fest, daß man kaum etwas pflanzen kann.
    Also können wir die Pflanzzeit im Herbst nicht wirklich nutzen.
    Viele Grüße
    Wiebke

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Wiebke,

      das Wetter wird extremer. Da besteht kein Zweifel. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass es nun jedes Jahr so warm und so lange trocken bleibt. Mit Sicherheit gibt es auch wieder die Sommer, wie in 2017. Da war es hier so nass, dass ich ab Ende Oktober nicht mehr in die Beete gegangen bin, weil es nicht ging. Ich hoffe, du hast inzwischen pflanzen können!

      Lieben Gruß

      Kathrin

  3. Monika Schiessl sagt:

    Ich liebe die Hitze und den scheinbar endlosen Sommer.
    Aber Garten-technisch ist das eine Katastrophe. Wir haben hier Ton-Boden, der ist so steinhart,
    daß ich zum Pflanzen schon einen Abbruchhammer bräuchte 🙁

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Monika,

      dann hoffe ich mal, dass du in der Zwischenzeit wieder deinen Boden bearbeiten kannst. Hier hat es in den letzten Wochen immer wieder ein wenig Regen gegeben und ich habe inzwischen die meisten Herbstarbeiten im Garten erledigt. Lediglich unsere großen Eichen werden mich noch beschäftigen, vermutlich noch bis in den Dezember 😉

      Liebe Grüße

      Kathrin

  4. Liebe Kathrin,
    ein sehr schöner Beitrag! Bei uns in der Steiermark war es dieses Jahr ebenfalls sehr heiß und v.a. viel länger als üblich. Nachdem wir aber auch reichlich Niederschlag hatten, haben sich die Pflanzenwelt und mein Garten gefreut. Ich habe den sonnigen, goldenen Herbst sehr genossen.
    Liebe Grüße,
    Carina

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Carina,

      lieben Dank für deinen Kommentar. An diesen Sommer werden wir in Nord-Deutschland noch sehr lange denken.
      Und ja, dazu noch einen goldenen Herbst, mehr kann man nicht erwarten.

      Bei uns kommen die Pflanzen auch gut in den Winter. Wir hatten Regen, wenn auch immer noch nicht genug.

      Liebe Grüße von

      Kathrin

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