Garten-Persönlichkeiten: Henk Gerritsen – naturnahes Gärtnern in Vollendung

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Biografie, Buchvorstellung und Verlosung „Gartenmanifest“

 

Henk Gerritsen wurde 1948 in Utrecht in den Niederlanden geboren. Sein Interesse für Pflanzen wurde 1963 geweckt, als der 15 Jährige ein Herbarium für den Biologie-Unterricht an seiner Schule anlegen musste.

 

Eine lebenslange Passion nahm seinen Lauf

Bis 1977 war er ausschließlich an „wilden“ Pflanzen interessiert und reiste quer durch Europa, um diese an ihren natürlichen Standorten aufzusuchen. Es kam ihm allerdings nicht in den Sinn, diese Leidenschaft zu seinem Beruf zu machen. 1968 zog er nach Amsterdam und studierte Geschichte und Politik. Später studierte er noch an der Rietveld Kunst Akademie und versuchte sich im Anschluss von 1976 bis 1988 als Kunst-Maler. 1977 traf er die große alte Dame der niederländischen Garten- Architektur Mien Ruys und besuchte ihren Garten in Dedemsvaart. Das öffnete ihm die Augen und er konnte seine Zukunft klar vor sich sehen. Im folgenden Jahr begann er mit Anton Schlepers, den er aus den Amsterdamer Zeiten kannte, auf dem Familiengrundstück von Schlepers in Schuinesloot, die Priona Gardens anzulegen. Er arbeitete mit dem bekannten Gartenbuch Illustrator Arend Jan van der Horst zusammen. Ebenso setzte er mit dem Gartenarchitektur Büro Mien Ruys zahlreiche Wildblumen-Projekte um.

1981 gründete er zusammen mit Anton und anderen eine Naturschutzorganisation, die es sich zur Aufgabe machte, die „Oeverlanden“, eine Natur-Region um Amsterdam, zu schützen. Die Baupläne wurden durch diese Aktivistengruppe 1985 fallen gelassen. Die Gruppe existiert noch heute und kümmert sich weiterhin um den Erhalt des Naturschutzgebietes.

Priona Gardens – geträumte Natur

1986 zog sich Henk ganz in die Priona Gardens zurück und öffnete sie für Besucher. Nach dem Tode von Anton Schlepers im Jahre 1993 kümmerte er sich zunächst alleine um den Garten, seit 1999 hatte er Unterstützung. 2008 starb Henk Gerritsen.

Seine Philosophie von Gärten ist stark angelehnt an die Ideen von Mien Ruys. Er entwickelte sie weiter, in dem er versuchte, ihren Satz „Die Natur kann man nicht in einen Garten kopieren“ zu widerlegen. Er experimentierte mit Pflanzengemeinschaften, die er ja in seinen jungen Jahren ausgiebig studiert hatte. Der naturalistische Gartenstil ist von Gerritsen stark geprägt worden.

Gartenmanifest – mehr als eine Philosophie

Sein Buch „Gartenmanifest“, ein richtig dicker Wälzer, behandelt sehr ausführlich alle Aspekte des naturnahen Gärtners. Das von Piet Oudolf verfasste Vorwort zeugt von einem regen Austausch der beiden, die sich in ihren Idealen immer mehr annäherten.

 

Die Geschichte der Priona Gardens, die Henk Gerritsen und sein Partner Anton Schlepers von 1978 an gestaltet haben, spielt im „Gartenmanifest“ eine große Rolle, es geht weiterhin um Inspiration, Pflanzengesellschaften, um Gartenökologie, um Dynamik, um die Bausteine des Gartens, um Firlefanz und Schnickschnack, um die Zukunft.

Das Konzept, der in den Garten kopierten Natur, kann mit den Anregungen und Ideen von Henk Gerritsen wunderbar gedeihen. Schöne Fotos von seinen Pflanzengemeinschaften regen an, die eigene Gartengestaltung zu überdenken.

 

 

Das „Kult-Buch der Gartenszene“, wie es der Ulmer-Verlag nennt, ist 2014 im selbigen Verlag erschienen, 408 Seiten stark, bietet 166 Farbfotos und 27 Zeichnungen und ist als gebundene Ausgabe zu erhalten.

Das „Gartenmanifest“ wurde 2015 mit dem 2. Preis beim Deutschen Gartenbuchpreis in der Kategorie „European Garden Book Award“ ausgezeichnet.

Wenn du dieses großartige Buch gewinnen möchtest, schreibe mir bis zum 11. August 2018, 18 Uhr, einen Kommentar, was du unter „naturnahem Gärtnern“ verstehst. Und schon landest du im Lostopf! Viel Glück!

Hurra! Eine sehr kleine süße Glücksfee hat Dich, liebe Katja Förster, gezogen! Du hast gewonnen! Herzlichen Glückwunsch!

Ein herzliches Dankeschön an euch alle, die ihr so tolle Kommentare zum naturnahen Gärtnern geschrieben habt. Verdient hättet ihr alle das Buch!



7 Gedanken zu „Garten-Persönlichkeiten: Henk Gerritsen – naturnahes Gärtnern in Vollendung

  1. Wiebke Weber sagt:

    Hallo Kathrin,
    vielen Dank für die vielen,ausführlichen Informationen!
    Für mich ist naturnahes Gärtnern Pflanzen für Onsekten zu Pflanzen, nur natürlichen Pflanzenschutz und natürlichen Dünget anzuwenden. Viele wilde Ecken als Unterschlupf für Insekten, Brutmöglichkeiten für Vögel gehören auch dazu.
    Viele liebe Grüße
    Wiebke

  2. Katja Förster sagt:

    Hallo,
    für mich bedeutet naturnahes Gärtnern eine hohe Vielfalt an heimischen Pflanzen. Welche für Insekten, allen voran den Wildbienen, und Vögel ausreichend Nahrung bieten. Bei mir im Garten gibt es einen Holzhaufen, im Herbst bleibt auch zumindest ein Teil des Laubes liegen. Zusammen mit heruntergefallenen Obst z. B. Zwetschgen ist das schon ein Paradies für Igel und andere Tierchen. Der Biomüll landet auf dem Kompost, was wiederum ein super Dünger ist. Da braucht es gar keine „chemischen“ Mittel. Das ist nur ein Teil von dem was für mich naturnahes Gärtnern bedeutet…
    Liebe Grüße
    Katja

  3. Birgit Brüggemann sagt:

    Liebe Kathrin,
    wir haben einen „naturnahen“ Garten (zumindest würde ich ihn so beschreiben). Für uns heißt dass, dass wir auf jeglichen Einsatz von Chemie verzichten, wir viele insektenfreundliche Stauden haben, dass wir auch einen Teil an „Unkräutern“ (wie z.B. Brennnessel) an gewissen Stellen im Garten stehen lassen und dass wir schauen, an welchem Standort sich Pflanzen wohlfühlen (das beinhaltet auch z.T. Wanderungen von Pflanzen). Außerdem haben wir natürlich mehrere Futterstellen für Vögel im Garten (wir füttern ganzjährig, um so die Vögel als nützliche Helfer im Garten zu halten) und Unterschlupfmöglichkeiten für Igel und Co. Unser Ziel war (und ist es), in unserem Garten ein eigenes, gut funktionierendes Ökosystem hinzubekommen. Als wir vor 15 Jahren den Garten gekauft haben, war der Boden „tot“ und die Pflanzen völlig überdüngt. Wir haben ungefähr 4 Jahre gebraucht, bis sich hier ein gesundes Gleichgewicht eingestellt hat. Diese 4 Jahre waren echt hart: ich hatte damals noch kaum Ahnung und erstmal kümmerte alles. Ich bin jetzt aber sehr froh, durchgehalten zu haben, den mittlerweile ist der Garten sehr „pflegeleicht“. Das heißt, wir müssen im Grunde nur gestalterisch eingreifen. So, hoffe das war jetzt kein Roman 😂 aber zu Naturgärten könnte ich erzählen und erzählen 🙈 Einen lieben Gruß 🌼🌸🌺 hab noch einen schönen Tag und bis bald auf Insta 🙋🏼‍♀️ Birgit

  4. Toller Beitrag. Wir gestalten unseren Garten auch naturnah, setzen keine Spritzmittel ein und duengen nur mit Kompost. Wir pflanzen nur Stauden mit ungefuellten Blueten, damit Bienen und Hummeln Nahrung finden. Wir haben ein wildes Eck, in dem Brennnesseln als Futterpflanzen wachsen koennen… LG

  5. Liebe Kathrin –
    Gärten sind oftmals künstliche Refugien. Beim natürlichen Gärtnern versuche ich das Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch herzustellen, so dass eine gewisse Harmonie entsteht. Ich gebe meinen Einsatz, um gewisse Prozesse im Hinblick auf die Vielfalt der Insekten (überhaupt Tiere) zu unterstützen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sich hier mittlerweile „das pralle Leben“ zeigt; möchte aber noch sehr viel mehr unter diesem Aspekt werkeln und würde mich daher natürlich über diese tolle Inspirationsquelle freuen. Vielen lieben Dank, für die tolle Verlosung!
    Alles Liebe aus dem GoldenFairyCottage,
    Petra

  6. Marina Albrecht sagt:

    Unter naturnahen gärtnern verstehe ich gärtnern im Einklang mit der Natur. Lebensräume zu schaffen und zu erhalten für alles was „kreucht und fleucht“. Kein Einsatz von jeglichen Pestziden.
    Nicht schöneres als ein Naturparadies im eigenen Garten 😊
    Liebe Grüße Marina

  7. Elfriede Gessinger sagt:

    Unter naturnahen Garten verstehe ich, dass es keine Geraden Linien gibt. Das ich den Unkräutern ihren Platz lasse. Pflanzen für Insekten wachsen. Das man im Garten eine Harmonie mit der Natur spürt.
    Liebe Grüße
    Elfriede

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