Be wild in your garden!

Gaura, Gräser, Eisenkraut, Stauden-Knöterich, Storchschnabel und Rosen

Ein Aufruf zur zügellosen Gartengestaltung…

Be wild in your garden – wie? Wild-sein im Garten??? Wild gärtnern? Der Frühling steht in den Startlöchern, es brodelt unter der Beet-Oberfläche!

 

 

Es ist an der Zeit, sich Pläne für das neue Gartenjahr zu machen. Viele, das sehe ich täglich auf Instagram, sind auch schon tüchtig dabei. Doch nicht nur der Gemüsegarten muss neu bestellt werden. Auch der reine „Ziergarten“, also die „mixed borders“ (gemischte Beete oder Rabatten mit Gehölzen, Rosen, Stauden, Gräsern, Zwiebelblumen, …) werden nach einem Garten-Rundgang in den nächsten Wochen zeigen, wo etwas geändert werden muss. Ich rechne stark damit, dass die eine oder andere Pflanze es nicht geschafft hat, mit diesen Wetter-Extremen klar zu kommen. Wir hatten hier in Norddeutschland, nur 10 km von der Nordsee entfernt, von Juni bis November 2017 schon 60% mehr Niederschläge! Mit dem Winter, wie wir ihn derzeit haben, kommen die meisten Pflanzen gut klar. Die Rosen und frostempfindlichen Stauden sind gut geschützt durch Anhäufeln (Rosen) und Abdeckung aus Tannenzweigen und Pflanzenresten. Mit dem Austrieb der Pflanzen in den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob und wo es Ausfälle gibt. Das ist zunächst tragisch, denn ich hänge an allen meinen Pflanzen. Bietet aber immer wieder die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren!

Im Vordergrund eine meiner Lieblingsstauden Große Sterndolde (Astrantia major ‚Venice‘)

Und deshalb, let´s get wild! Legt los, was das Zeug hält. Klotzen, nicht kleckern ist die Zauberformel! Die Beete leben von einer, wie ich es nenne, kontrollierten Üppigkeit. Soll meinen, dicht bepflanzte Beete. Mischen ist gewollt, siehe oben. Ich bevorzuge bei Staudenpflanzungen größere Gruppen, also mindestens 3-5 von einer Sorte. Wer einen großen Garten hat, kann die Anzahl erweitern. Diese Stauden-Pulks, oder Drifts, wie sie im englischen heißen, bringen Ruhe in die Beete. Ebenso ein paar Immergrüne, wie Eibe, Ilex oder Buchs, gerne als Formschnitte. Alles schön dicht und üppig, über den Beetrand rauswachsend, so liebe ich es am meisten. Dazwischen dann noch sich aussäende Pflanzen, Mohn und Eisenkraut, als Beispiel, dann ist meine Beetgestaltung perfekt. Die sich aussäenden Pflanzen (dazu gehören auch sich ausäende Stauden, wie Frauenmantel und Storchschnabel) zaubern jedes Gartenjahr wieder neue Bilder und machen die Gestaltung lebendig.

Mein „Longwalk“ mit Verbena bonariensis (Eisenkraut) im Vordergrund, Hortensie ‚Pinky Winky‘ links, Gehölzen am linken Beetrand, Rosen, Gräsern und Stauden.

Der große Vorteil dieser Gestaltung ist, „Beikräuter“ haben wenig Chance, sich breitzumachen. Es ist nicht so, dass man sich die ganze Saison über nicht mehr kümmern muss. Abgeblühte Stauden müssen teilweise zurück geschnitten werden, besonders, wenn sie noch ein zweites Mal blühen sollen.

Meine kontrollierte Üppigkeit halte ich in Zaum, wenn es heißt, „Oh, no! My drifts are drifting away“… Wenn sich Staudengruppen nicht an ihre Platz-Zugeständnisse halten, gehe ich dazwischen. Irgendwo im Garten finden dann diese Ausreißer wieder ein Plätzchen. Sämlinge, die sehr vorwitzig sind und sich nicht ins Pflanzenbild einfügen, nehme ich ebenfalls auf und setze sie um. Und was nun zu doll über den Beetrand hängt wird dann mal abgeschnitten.

Farblich aufeinander abgestimmte Stauden wie Fetthenne, Staudenknöterich und Sterndolde.

Bei meiner Gartengestaltung setze ich auf starke Kontraste. Die „wilden“ und üppigen Pflanzenbilder auf der einen Seite, die formale und strenge Abgrenzung durch Kanten-Einfassung und Wege. Die Rasenflächen bringen Ruhe in den Beet-Dschungel.

Auch im Vorgarten lugt das Eisenkraut zwischen weißer Fetthenne und Hortensien hervor.

Bist auch du ein Fan von wilder und kontrollierter Üppigkeit? Oder setzt du ganz andere Schwerpunkte? Ich freue mich über deine Gestaltungstipps und Ideen…



10 Gedanken zu „Be wild in your garden!

  1. Hallo Kathrin,
    Deine Beete schauen phantastisch aus. Ich liebe auch die „kontrollierte Üppigkeit“. Bei mir dürfen sich auch viele Stauden aussäen. Was zu viel ist und was nicht passt, wird an passende Stellen verpflanzt. Durch die Lage unseres Grundstücks bevorzuge ich an vielen Stellen eine Bepflanzung mit trockenheitstoleranten Pflanzen. Da mein Garten ja erst das 1.Jahr hinter sich hat, habe ich noch viel zu tun, damit alles so üppig und toll aussieht wie bei dir.
    Mal schauen, wie meine Stauden die grosse Kälte überstehen – ich habe ja einige mediterrane Stauden letztes Jahr gepflanzt.
    Liebe Grüße
    Marina

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Marina,

      die rechte Beetseite ist ja auch erst ein Jahr alt. Ich bin gespannt, ob alle Pflanzen es ins Frühjahr schaffen…
      Schön, dass du auch so eine „Wilde“ bist. Viel Freude und Glück mit deinem jungen Garten. Ich kann es gar nicht fassen, dass wir nun schon 5 Jahre hier wohnen. Es geht plötzlich alles ganz schnell im Garten, wenn erstmal alles gut angewachsen ist.

      Schönes Wochenende und liebe Grüße

      Kathrin

  2. Wiebke Weber sagt:

    Hallo Kathrin,
    mir gefallen die üppig bestückten Beete total gut. So sehen meine,zumindest on Teilen, auch aus. Die Verbene ist bei mir auch schon durch den Garten gewandert.
    Viele Grüße
    von Wiebke
    aus Kassel

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Wiebke,

      ach, wie schön! Ich glaube, diese naturnahe Art der Gartengestaltung wird immer beliebter. Du sagst es ganz schön: „die Verbene wandert durch den Garten“. Jedes Jahr wieder neu und anders sehen dadurch die Beete aus!

      Komm mich mal wieder besuchen! Liebe Grüße nach Kassel

      Kathrin

  3. Schön wild hast du es!!!
    Ich liebe wilde, ungestüme Gärten, die sich in harmonisierenden Farbwogen über die Erde ausbreiten.
    Am Besten sieht man keine Erde mehr. Wenn dieses Ziel erreicht ist, hat auch Unkraut keine Chance mehr.
    Jedenfalls zur Hauptblütezeit der Stauden und einjährigen Sommerblumen.
    Deine Kombination Sterndolde, Wiesenknöterich, fette Henne, & Verbene dürfte sofort bei mir einziehen…
    SCHOCKVERLIEBT!!!!
    Wilde Gartengrüße
    Vita

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Vita,

      freue mich, dass dir diese Kombi gefällt. Ich liebe es, mit Stauden/Pflanzen zu experimentieren. Das ist fast wie komponieren oder malen. Und, wenn der der Zufall dann auch noch mitspielt, ist das Bild in meinen Augen perfekt im Sinne von unperfekt 😉

      Sehr schön gesagt: ungestüm in harmonisierenden Farben…

      In diesem Sinne… liebe Grüße
      Kathrin

  4. Hallo liebe Kathrin,
    Ich hatte deinen Post bei Instagram gesehen und weil ich es auch eher wild mag hast du mich neugierig gemacht und ich musste mal in deinem Blog vorbei schauen. Deine Kombinationen sind klasse und mit deinem Longwalk hast du mich sofort gekriegt er ist genau nach meinem Geschmack. Die Verbena bonariensis liebe ich bei mir vagabundiert sie auch durch fie Beete und mir machen gerade diese Zufallskompositionen immer besondere Freude wenn etwas Gelungenes daraus entsteht ist es wie ein Schatz der Natur für mich. Ein toller Blogpost den ich voll und ganz unterschreiben kann. Ich freu mich immer wenn ich mich in einem Beitrag so wiederfinden kann😊 Ganz liebe Grüße Saskia

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Saskia,

      Dankeschön für deinen lieben Kommentar. Da sind wir voll auf einer Wellenlänge! Habe gleich mal bei dir vorbeigeschaut, tolle Fotos aus deinem Garten! Deine Schattenbeet-Kombi auf der Startseite gefällt mir besonders gut! Viel Freude dir und deiner Familie, wir sehen uns bestimmt wieder!

      Dann wollen wir mal hoffen, dass wir bald ins Frühjahr starten können…

      Lieben Gruß

      Kathrin

  5. Hallo Kathrin,
    deine überbordende üppige Beetgestaltung ist genau nach meinem Geschmack. Ich mag Gärten in denen die Pflanzen wild und dennoch kontrolliert wachsen dürfen und wenn der Boden unter dieser Üppigkeit verschwindet. Ich mache das ähnlich, schon weil ich dann nicht soviel Unkraut entfernen muss, denn in der Natur wird schliesslich auch jeder Flecken ungenutzte Erde sofort von Pflanzen besiedelt. Auch die Mischung von Stauden und Sträuchern ist toll, die Bringt Struktur und Ruhe ins Beet.
    Hoffentlich spriesst bald weider alles so üppig.
    Herzliche Grüße Theresa

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Theresa,

      hab‘ Dank für deinen Kommentar. Ich bin auch schon voller Vorfreude auf die Gartensaison. Bei uns ist zwar der Schnee weg, die Erde allerdings so nass, da werde ich mich wohl noch in Geduld üben müssen.
      Ja, die Natur sieht auch zu, dass jedes Fleckchen nackte Erde besiedelt wird. Die Gärten, in denen und um jede Pflanze 10 cm frisch geharkte Erde zu sehen sind, sterben wohl mit der Zeit aus. Dennoch kenne ich einige, die betonen, man könne nur so den Habitus einer jeden Pflanze richtig sehen…
      Ich mag es, wie du üppig lieber und es ist zudem praktischer.

      Aus den Erfahrungen mit meinen Gartentouren weiß ich aber auch, dass jeder Garten seine Liebhaber hat und das auch hier gilt, alles Geschmackssache!

      Auf den baldigen Saisonstart! Liebe Grüße

      Kathrin

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