Gartenkolumne: Prinzip Hoffnung

 

Tulpenzwiebel und Co… Jede Menge Hoffnung auf das Frühjahr 2018

 

Als Gärtnerin oder Gärtner, egal ob beruflich, leicht hobbymäßig oder gar leidenschaftlich, ist man ein hoffnungsvoller Mensch! Man erwartet stets das nächste Frühjahr, das Aufbrechen der ersten Knospen, das Keimen der Gemüsepflänzchen, die erste Rosenblüte…

 

Man muss hoffnungsvoll sein, um all die Rückschläge, die das Gärtnerherz einstecken muss, zu verkraften. Dickmaulrüssler, Horden von Wühlmäusen, Buchsbaumpilz und Zünsler, Rosenrollblattwespe, Rhododendronzikade, Mehltau, etc.

Nun kommt der Winter mit großen Schritten auf uns zu und noch ist reichlich Zeit und Gelegenheit, gleich säckeweise Hoffnung dem Gartenboden zuzuführen! Das Gartenglück 2018 kommt in Form kleiner oder auch größerer Zwiebeln und möchte zwischen Stauden und Büschen, Rosen und Immergrünen ein neues Zuhause, 5 bis 15 cm unter der Erde, in unseren Gärten finden.

Hoffnung auf ein neues Frühjahr geben dann ab Ende Januar/Anfang Februar die Schneeglöckchen, dicht gefolgt von Krokussen, Schneeglanz und Hyazinthen.

Beliebteste Blumenzwiebel im deutschen Garten ist die Narzisse, bei denen die „Osterglocke“ (Narcissus pseudonarcissus) den höchsten Bekanntheitsgrad hat. Narzissen gehören zur Familie der Amaryllisgewächse oder der Narzissengewächse. Sie erlangten ab ca. 1560 Bedeutung in der mitteleuropäischen Gartenkunst, zusammen mit den Tulpen und Hyazinthen. Bei der großen Sortenvielfalt fällt die Auswahl für den eigenen Garten gar nicht so leicht!

Die Tulpe gehört zur Familie oder Gattung der Liliengewächse mit ca. 150 verschiedenen Arten und entsprechend vielen Sorten.

Tulpenzwiebeln kamen etwa ab 1550 über die Türkei nach Europa und nicht wenige Niederländer machten sich Hoffnungen, mit dem Handel Reichtum zu erzielen. Holland wurde Ende des 16. Jahrhundert zum Zentrum der Zwiebelpflanzenzucht, besonders der Tulpenzwiebeln. Es entstand eine Vielzahl von Sorten, darunter auch gefüllte Blüten oder farbig geflammte Blüten, die heiß begehrt waren. Tulpen galten als Statussymbol, die Frau von Welt trug sie am Hut oder am Dekolleté.

1633 gab es ca. 500 verschiedene Sorten. Es herrschte eine regelrechte Tulpenmanie, die thematisch aufgegriffen wird im aktuellen Kinofilm „Tulpenfieber“.

Tulpenzwiebeln wurden zum Spekulationsobjekt. Die Preise für eine einzige Zwiebel stiegen rasant in die Höhe, für drei Zwiebeln der Sorte „Semper Augustus“ sollen Anfang 1637 üppige 30.000 Gulden geboten worden sein. Dafür hätte man zu damaliger Zeit drei stattliche Häuser in Amsterdam erwerben können. Aus Hoffnung wurde Gier und so blieb es nicht aus, dass 1637 die Tulpenzwiebel den ersten Börsencrash der Weltgeschichte verursachte. Nicht wenige Menschen verloren ihr Hab und Gut.

So schlimm die Sache seinerzeit war, ich finde es fast sympathisch, dass in der Finanzwelt (die so gar nicht meine ist) ausgerechnet die kleinen unschuldigen Tulpenzwiebeln ein solches Fiasko verursachten.

Hierzu passt das Zitat: „Sich an Blumen zu ruinieren, ist die nobelste Art des Ruins.“

Soweit muss es aber nicht kommen, liebe Leser/innen! Schon mit ein paar Euro sind Sie dabei! Die Frau von Welt kann heutzutage die Tulpe sowohl am Dekolleté als auch am Hut tragen – und ihr Mann zur Not ebenso!

 

Meine Kolumne ist erschienen im Magazin nordLIFE von Boyens Medien am 14.10.2017

 

 

 



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