Gartenkolumne: Junges Gemüse

Noch aus dem Supermarkt – bald aus dem eigenen Garten!

 

Der Anfang war harmlos. Nur der Hauch einer Idee, die ich zwischenzeitlich wieder verworfen habe. Doch dann kam die Gartenreise nach Großbritannien im Sommer 2016. „Hast du wirklich gedacht, deine Beete bleiben so“, zieht mich meine Sylter Gartenfreundin auf. „Jein!“ Immerhin habe ich vier Jahre lang felsenfest behauptet, der Garten sei fertig und müsse nur noch wachsen.

Ist der Entschluss gefasst, muss es auch fix losgehen, bevor die „Vernunft“ siegen könnte. Oder die Entscheidung womöglich durch das Einfordern von Mitspracherecht durch Familienmitglieder zu kippen droht!

Am „Long Walk“, wie der Engländer sagen würde, soll ein neues Beet entstehen! Der Gartenweg ist stattliche 17 m lang, links gibt es schon ein Beet, die rechte Wegseite ist nun am Wickel. Eine „Double Border“ – ich stehe eben immer noch unter britischem Einfluss – soll es sein, eine doppelte Rabatte.

Anfang Februar bei gutem Wetter gingen die beiden besten Gartenhelfer, die man sich wünschen kann, tatkräftig ans Werk. Ein Rasenstück von 45 m² wurde abgestochen, Grassoden entfernt, Komposterde eingearbeitet, alles umgegraben – fertig. Meine neue „schwarze“ Leinwand, ab jetzt bereit zum Pflanzen! Der größere Teil wird eine gemischte Rabatte mit Kleinstrauch, Rosen, Gräsern, kleinblättrigem Ilex als Buchsersatz, Stauden, Einjährigen und Frühjahrsblühern.

Das neue Projekt beinhaltet aber nicht nur eine Rabatte mit Zierpflanzen. Nein, ich habe beschlossen, in die Gemüseproduktion einzusteigen!
Das neue Beet hat die Form eines „L“ und das kurze Ende vom „L“ soll nun also Gemüsegarten werden! Nur eine kleine Fläche, frau muss sich ja langsam herantasten. Das Thema „Selbstversorger“ ist derzeit der Renner. Der Wunsch, sich gesund zu ernähren wächst und bei der eigenen Gemüse-und Obstproduktion weiß man, was auf den Teller kommt.

Ich plage mich mit vielen Fragen herum. Ist die Bodenqualität gut genug, kommt genügend Sonne an mein Gemüse? Eine Beetumrandung aus Holz wäre klasse, dann könnte ich auch meinen noch nicht ganz „garen“ Kompost mit einarbeiten. Ich wälze Saatkataloge, frage mich, ob im ersten Jahr Kartoffeln nicht am einfachsten und besten wären. Zum Glück gibt es reichlich Lesestoff zum Thema und Garten-Blogs im Internet liefern hilfreiche Tipps.

Seit einigen Tagen aber bin ich richtig nervös, weil genau in diesen einschlägigen Gartenforen und Blogs schon alle Gemüsegärtner angefangen haben, ihre Gemüsepflanzen vorzuziehen. Auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Ja – so ein Gewächshaus wäre auch noch etwas Feines, eins im englischen Stil…

Aber – immer hübsch langsam!

Mein Saatgut liegt bereit und wenn Sie diese Zeilen hier lesen, keimt es – hoffentlich – auf meinen Fensterbänken schon gewaltig! Wie das mit den Kartoffeln geht, werde ich mir noch erklären lassen müssen. Nicht, das am Ende ich das „junge Gemüse“ bin! Glücklicherweise kann ich auf echte Profis zurückgreifen, die über die Größe meines Gemüsegartens wohl schmunzeln werden.

 

Tipps zur Planung des Gemüsegartens auf:

www.grüneliebe.de

www.garten-fraeulein.de

www.parzelle94.de

www.berlingarten.de

https://garteneuphorie.wordpress.com/

https://achimsgarten.blogspot.de/

http://gaertnerinnenblog.de/

http://kleingartentraum.blogspot.de/

 

 

Die Kolumne ist am 08.04.2017 in der nordLIFE/Boyens Medien erschienen.



12 Gedanken zu „Gartenkolumne: Junges Gemüse

  1. Das ist natürlich eine tolle Sache, wenn man Gemüse aus dem eigenen Garten ernten kann. Ich hatte allerdings kein Glück damit und habe irgendwann aufgegeben! Ich bin schon gespannt, wie es bei Dir läuft!
    Viele Grüße von Margit

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Margit,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich bin auch sehr gespannt, wie es läuft mit dem „Jungen Gemüse“! Einen Versuch ist es allemal wert, finde ich. Wenn es gar nicht funktioniert, bleibe ich „Ziergärtnerin“ und kann den Platz anderweitig nutzen.

      Ich werde berichten. Eine schöne Woche wünscht dir

      Kathrin

  2. Keine Sorge – es ist noch nicht zu spät, Gemüse vorzuziehen; ich fange erst nächste Woche damit an. Die Pflanzen holen das dann im Freiland locker wieder auf!

    Ich habe vor ein paar Jahren einen Gemüsegarten auf einer Fläche von ca. 60 Quadratmetern angelegt. Wenn du Fragen hast oder Erfahrungen austauschen möchtest – bitte gerne melden! 🙂

    Liebe Grüße, Kati

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Kati,

      vielen Dank für deine Aufmunterung! Und für dein Angebot, mich bei Fragen melden zu dürfen! Ich bin super gespannt, was ich über den Sommer berichten kann. Ich habe meinen noch nicht ganz reifen Kompost untergemixt, nun fehlt noch Komposterde oder Reifekompost.

      Ich bin gerade auf deinem interessanten Blog unterwegs – da werde ich noch öfter vorbei schauen!

      Liebe Grüße und eine super Ernte 😉

      Kathrin

  3. Liebe Kathrin,
    ich fühle mich sehr geehrt, dass du meinen Blog als Empfehlung nennst. Ganz lieben Dank dafür und ich wünsche dir viel Spaß beim Gemüse ziehen und vor allem Ernten! Wenn du Tipps brauchst, kannst du mich auch sehr gerne direkt kontaktieren 😀
    Viele Grüße,
    Sandra

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Sandra,

      auch dir vielen Dank für die Tipps, die du auf deinen Seiten und bei Insta uns immer gibst. Ich werde mich bestimmt mal melden, wenn ich Fragen oder Sorgen habe…

      Fröhliche Ostern und lieben Gruß

      Kathrin

  4. Liebe Kathrin,

    herzlichen Dank für dein großes Lob, das sich in der Verlinkung zu berlingarten ausdrückt. *erröt*

    Keine Bange: Es geht auch ohne Vorziehen. Ich selbst habe nur Tomaten auf der Fensterbank, alles andere folgt im Laufe des Jahres. Zum Beispiel kaufe ich die ersten Salate als Jungpflanzen. Später im Jahr ziehe ich sie direkt im Garten – aber in Anzuchtschalen – laufend nach. Alles andere kommt direkt als Saat ins Beet. Wir haben ja Zeit, Garten soll doch entschleunigen 🙂

    Herzliche Grüße für ein schönes Osterfest und noch einmal vielen Dank
    Xenia

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Xenia,

      gerne, gerne 😉 Es ist wirklich so. Ich bin jahrelange „Zier“-Gärtnerin mit großer Begeisterung und habe bisher gedacht, es geht gut ohne Gemüse und Co…Durch eure schönen Fotos auf Instagram habe ich richtig Lust bekommen, mich auch mal zu versuchen. Bericht und Fotos werden natürlich folgen…

      Du kannst bestimmt mit der einen oder anderen Frage von mir rechnen. Danke für deine angebotene Hilfe bei Insta!

      Herzliche Grüße aus dem kalten Norden und ein ganz schönes Osterfest mit lieben Leuten!

      Kathrin

  5. Hallo Kathrin,

    dann mal viel Erfolg!

    Bei mir wird’s heuer auch das erste Jahr, in dem ich Gemüse anbaue… und ich habe auch noch nichts vorgezogen, weil ich noch gar nicht weiß, ab wann ich unser Gemüsebeet in spe überhaupt nutzen kann. Dahinter will nämlich noch eine Wand verputzt werden und die beauftragte Firma hat’s anscheinend nicht so mit der Pünktlichkeit. Gnarf, eigentlich sollte das alles heute fertig werden…

    Aber da wir gerade Hagel und Nachtfrost haben, bin ich ganz froh, dass ich noch nichts rausgesetzt habe. Außer ein paar Zierpflanzen, die ich über Nacht notdürftig mit Malervlies abgedeckt habe…

    Gutes Gelingen!

    Liebe Grüße
    Anne

    • Kathrin Kock sagt:

      Hallo Anne,

      dann wünsche ich dir ebenfalls viel Erfolg bei der Gemüseproduktion!

      Wir hatten hier zwar keinen Schnee, aber kräftigen Frost in den letzten beiden Nächten. Da war ich auch ganz froh, noch nichts draußen zu haben. Meine beiden Gemüsebeete sind nun gefüllt mit Reifekompost und freuen sich auf den Start. Ich werde auch noch etwas warten, bisher bleiben die Temperaturen niedrig.

      Über meine Erfahrungen in Sachen „Gemüse“ gibt es bestimmt über den Sommer noch so einiges zu berichten. Vielleicht schaust du ja noch einmal vorbei auf meinen Seiten 😉

      Du bist ja auch dabei, einen Garten anzulegen…Euer Haus gefällt mir sehr gut, die Gartenentwicklung werde ich verfolgen.

      Viel Freude wünsche ich dir! Es ist ein so großes Glück, sich mit Grün umgeben zu können!

      Liebe Grüße

      Kathrin

  6. Hallo Kathrin,
    vielen Dank erst einmal für die Tipps! Ich habe mir gerade spontan Tomaten zum pflanzen bestellt, weil sie im Angebot waren. Ich meine die heutigen Tomaten aus dem Supermarkt schmecken ja nach nichts mehr, da dachte ich mir selbst pflanzen ist eigentlich keine schlechte Idee. 😉 …nun lässt mich dein Post allerdings zweifeln, ob ich dafür nicht hätte einiges viel früher vorbereiten müssen. Ich wollte sie eigentlich in mein ganz normales Beet setzen. Ist es schon zu spät und braucht die Erde eine besondere Behandlung?
    Es wäre mehr als lieb, wenn du mir hierzu ganz kurz eine Info geben könntest. Hatte mich jetzt schon so auf meine Tomaten gefreut.

    LG
    Tanja

    • Kathrin Kock sagt:

      Liebe Tanja,

      herzlichen Dank für deine Nachricht!
      Du bist auf keinen Fall zu spät dran und sollst dich auch auf deine Tomaten freuen!

      Wenn du guten Boden im Garten hast, ist alles prima. Du kannst aber auf jeden Fall deinen Gartenboden mit etwas Kompost aufhübschen. Gut mit deiner Gartenerde vermischen! Das wird den Tomaten gut gefallen. Da ich selber in Sachen „Gemüse“ noch etwas Nachhilfe brauche, nur so viel von mir: die vorgezogenen Tomaten-Jungpflanzen langsam an deinen Garten gewöhnen. Vor Frost schützen, ab Mitte Mai besteht in der Regel keine Gefahr mehr. Also lieber erst nach den Eisheiligen auspflanzen, bis dahin im Topf halten.
      Die Tomaten gut wässern, sie dürfen nicht austrocknen. Sie bevorzugen einen sonnigen und geschützten Standort. Da wir hier an der Nordsee viel Wind und Sturm haben, muss ich einen wirklich windgeschützten Platz aussuchen. Oder sie in ein kleines Tomatenhaus pflanzen…

      Wenn du aufrecht wachsende Tomaten gekauft hast, müssen sie gestützt werden durch einen Stab, da sie bei Ansetzen der Früchte sehr kopflastig werden.
      Düngen solltest du sie auch, die Empfehlung lautet wöchentlich bis alle 14 Tage.
      Die Seitentriebe aus den Blattachseln sollen abgezwickt werden, dadurch wird der Fruchtansatz gefördert.

      Schau doch noch mal in meine Kolumne rein. Am Ende habe ich noch ein paar andere Blogs aufgeführt von echten Gemüse-Spezialisten.

      Meine Devise lautet für mein erstes Gemüsejahr: probieren geht über studieren. Ich drücke uns beiden die (grünen) Daumen für richtig schöne leuchtend rote Tomaten!
      Berichte doch mal, wie es so läuft bei dir mit den Tomaten!

      Viel Erfolg wünscht dir

      Kathrin

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